BERICHT VOM DOUBLE / 2005 IN MOOSBURG


MOOSBURG - BERICHT von Martin
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Martin Schytil holte Bronzemedallie bei den Europameisterschaften auf die doppelte Ironman-Distanz!
Geschwommen wurde in einem nahegelegen Tümpel, der ziemlich kalt war aber sonst okay, Radgefahren auf einem autofreien Rundkurs und gelaufen direkt durch den Ort.
Bis auf wenige Abstriche kann der Wettkampf insgesamt als gelungene Veranstaltung bezeichnet werden.

Hier mein Bericht:

Start
Um 16:00 Uhr starteten alle TN/Innen (Einzel- und Staffel, ca. 300) zu 7,6 km Schwimmen. Dafür hatte ich nicht besonders viel trainiert, mittlerweile bin ich aber erfahren genug, mein Potential auch ohne viel Training ausschöpfen zu können. Außerdem macht mir Kälte nicht so zu schaffen wie manch anderem. Es lief locker und gut , ich kam als Sechster der Einzelstarter aus dem Wasser.

1. Wechsel
Glücklicherweise muß man sich bei einem Ultra beim Rad-Wechsel nicht so stressen. Abtrocknen, Trinken, Essen, Körperpflege, Radklamotten und los gings für die nächsten ca. 12 Stunden auf das Rad. Einige fuhren ein sehr (zu?) hohes Tempo, beeinflußt durch die vielen StaffelfahrerInnen, welche ihre vergleichsweise kurzen Etappen natürlich viel schneller durchziehen konnten.
Mein Ziel war klar gesteckt, nämlich nach ca. 12 Stunden nicht mehr viele Runden vor mir zu haben. Ich fuhr ohne Tacho, im Vertrauen auf mein mittlerweile gut entwickeltes Renntempogefühl.
In der Nacht wurde es bitter kalt (ca.1Grad). Die Strecke war komplett ausgeleuchet und für den öffentlichen Verkehr gesperrt, das war wirklich gut und vor allem sicher. Ich fuhr ohne Pause durch und arbeite mich langsam nach vorne. Julia erwartete mich jede Runde (ca.alle 2- 5 Minuten) im Camp, um mir meine Wünsche zu erfüllen.
Bei Kälte brauche ich jedoch wenig zu essen und zu trinken, gleichzeitig vertrage ich sie gut. Am liebsten war mir jetzt heißer Tee, der allerdings durch den Fahrtwind schnell eiskalt wurde.
Gegen 6.30 morgens hatte ich die 360 Kilometer geschafft und lag auf Platz 5.
Ich hatte Janos (Ungarn) und Christoph (Frankreich) überholt und war selbst von Emanuelle Conreaux (Frankreich) überholt worden.

2. Wechsel
Ich zog also meine Laufsachen an, nahm einen Kaffee in die Hand und machte mich erstmal gehend auf die Laufstrecke.
In Führung war mitlerweile der Lokalfavorit Luis Wildpanner, der nach seinem gescheiterten Zehnfachdebüt in Hawaii letztes Jahr auf Rehabilitation vor heimischen Publikum brannte. Für ihn war dieser Wettkampf laut Lokalpresse dann der Härteste Ultra, den er je gemacht hat.
Ich hatte mein Ziel vorher nicht dogmatisch festgelegt, schließlich war ich noch durch meine Achillessehnenverletzung (Tritt von Hinten beim Fußball) beeinträchtigt. Lediglich eine Idealprognose was meine eigenen Zeiten angeht hatte ich gewagt und bis jetzt war diese sehr genau eingetroffen.
Ich hatte außerdem vor, den ersten Marathon durchzulaufen um dann zu sehen, wie es mir und der Ferse geht. Ich lief also locker in ca. 4.30 Stunden den ersten Marathon. Mittlerweile war ich Vierter, dann Dritter, der Franzose Pascal Pich hatte den Wettkampf abgebrochen.
Fabrice Lucas (ebenfalls aus Frankreich, ebenfalls ein starker Konkurrent mit der derzeitigen Weltbestzeit auf die zehnfache Distanz) litt unter Muskelproblemen. Er versuchte noch einmal zu kontern, sah aber dann, dass ich noch ziemlich fit war und mein Tempo locker halten konnte. Recht schnell hatte ich meinen Vorsprung um nicht wieder aufzuholende Runden ausgebaut.
Da ich nach vorne mit meinem derzeitigenTrainingsstand nicht mehr angreifen konnte und von hinten keine Gefahr bestand ging ich den zweiten Marathon locker an und kam weitere 6 Stunden später noch gut erhalten als Dritter ins Ziel. Hervorragend betreut wurde ich von Julia. Meine Gesamtzeit: 25 Stunden 31 Minuten.

Ziel
Im Ziel erwarteten mich zahlreiche ZuschauerInnen mit einem Weizenbier was ich dann gemütlich in einem Cafe im Zielbereich trinken konnte.

Anmerkung zum Thema: "FALSCHER ÖSTERREICHER!?"
Für die internationalen Presseveröffentlichungen (Apa) wurde ich vom Veranstalter zunächst als Deutscher aufgelistet. Begründung: dass ich schließlich einen Deutschen Verein, nämlich den PSV Blau Gelb Frankfurt, angegeben habe.
Schon merkwürdig, da ich seit mittlerweile fünf Jahren im Ultrasport als Österreicher mit einem österreichischen Startpass ziemlich erfolgreich unterwegs bin (Nummer 3 der ewigen Bestenliste und damit erfolgreichster Österreicher).
Neben der Tatsache, dass dies beim österreichischen Veranstalter bekannt sein sollte steht es natürlich in meinen Anmeldunterlagen gleich doppelt, erstens als Nationalität und weiter unter der Spalte "persönliche Erolge". Außerdem wurde es bereits während dem Wettkampf von meiner Betreuerin nochmals mitgeteilt, da auch der Veranstaltungskommentator hier falsch informiert war.
Grundsätzlich bestimmt eben nicht die Vereinszugehörigkeit die Nationalität!
Ich bin nun mal Österreicher weil mein Vater auch einer war und ich bin Frankfurter weil ich da geboren wurde und schon immer lebe.
Ganz einfach.
So kam ich dann noch zu zwei weiteren Erfolgen: Ich wurde östereichischer Vizemeister im Ultratriathlon und Europameister mit der österreichischen Mannschaft ( Wildpanner, Schytil, ........)

Im nächsten Jahr findet in Moosburg die WM auf die dreifache Distanz statt:
Ich werde mit meiner Mutter wiederkommen und dann auch Zeit haben die Heimat meiner Oma zu erkunden, die windischen Höhen im Gailtal.

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