BERICHT VOM DECA 2002 IN MONTERREY/MEXIKO


1.TAG

10:00 Uhr vormittags. Es ist November und ziemlich warm, hohe Berge ganz in der Nähe, außerdem der Lärm der 6-spurigen Straße. Wir sind am Rande von Monterrey, der zweitgrößten Stadt Mexikos. Alle sind aufgeregt, einige haben Angst. Nur wenige sehn relativ cool aus.
Warten auf den Bus ist angesagt. Zum Glück geht es erst um 12:oo mittags los, nach der Nacht in der Villa deportiva (mexikanisch laut) und dem Jetlag zugleich. Ist auch alles da? Und wer ist noch nicht da? Sind die Räder alle an der Radstrecke? Der Bus kommt. Alle und alles rein. Wer fehlt? Was fehlt? Zumindest der größte Teil der kämpferischen Sprüche, die sonst das Vorfeld so bestimmen. Aber auch noch der eine oder die andere. Herum sitzen im Bus bis wirklich alle drin sind, wie bereits am Vortag (bei der Stadtbesichtigung). An dem, spät nachmittags am Flughafen, verloren gegangenes Gepäck doch noch abgeholt werden konnte. Puhh das war knapp, sonst hätte da arg improvisiert werden müssen. Also endlich ab die Post, Sightseeing. Je kurzweiliger die letzte Stunde, je besser.

Die Halle vom ersten Moment an dumpf. Frisches, stark gechlortes Wasser wartet auf den ersten anstrengenden Einsatz. Frühstück gibt's links, ebenfalls den Doktor mit der Waage. Listen, Checks, alle bereiten sich vor. Einer absolviert noch ein echt starkes Gymnastik- und Strechingprogramm während sonstig bereits die Reißverschlüsse der Neoprenanzüge hochgezogen werden. Er (Uwe) schwimmt gleich auf derselben Bahn mit Martin. Daneben werden die 2 Frauen sein. Die Zeit schreitet zügig voran, die Gruppe der Auserwählten bewegt sich allmählich zur gegenüberliegenden Beckenseite und plötzlich gibt's tatsächlich nix mehr zu tun, das definitiv letzte mal für wer weiß wie lang.
Start mit 8 Minuten Verzögerung. Es ist wie in einem Film inclusive autonomer Zeitrechnung für die nächsten 2 Wochen: 00:00 uhr Wettkampfzeit, genau 12 Stunden und 8 Minuten früher als "real and local" time.
Diese Phase ist für Teams und Publikum relativ langweilig. D. h.., wenn alles gut anläuft! Alles läuft gut an hier. Alle schwimmen. Kein Mensch interessiert sich für Zeiten oder Listen, auch nach Stunden noch nicht. Ist ja auch klar.
Dann fangen einige an, das Chlor zu spüren. Die Hitze, die von draußen auf das Schwimmhallendach kracht und die hohe Konzentration lassen das Chlor nicht nur in der Luft zu einem agressiven Reizstoff werden. Auch im Wasser, welches, das muss man schon sagen, auch bald nicht mehr frisch ist, scheint es zu biologischen und anderen unerwünschten Prozessen zu kommen. Erste Hustenatacken bei AthletInnen, eitrige Augen sind auch schon gesehen worden. So geht das erst mal für 5,7,9..... Stunden.
Plastikstühle werden am Beckenrand versenkt. Auf denen können die AthletInnen stehen um zu essen und zu trinken, ohne das Becken zu verlassen.
Martin muss zwischendurch mal raus. Unwägbarkeiten! Zeitpläne? Nachdem er all die Stunden so fleißig geschwommen ist geht's ihm schlecht, irgendwie. Vieliecht auch das Chlor? Aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht so. Eher ein Verdacht: das "all you can eat buffet" vom Vorabend vielleicht? Auf jeden Fall machts plötzlich wörk und es wird gekotzt. Da guckt der Doktor aber schräg rüber! Und dann wird erst mal beschlossen, die Halle zu verlassen. Intuitiv richtig, denn draußen ist die Luft frisch.
Wir bleiben allerdings nicht unbemerkt: da pirscht sich bereits die Schar der medizinischen Helfer heran. Und sie lassen nicht locker bis eine Untersuchung durchgeführt wird. Na ja, alles halb so schlimm eigentlich aber sie sind ganz wild auf Arbeit und wollen ihn an eine Infusion hängen "wegen Elektrolythen...!". Zum Glück lassen sie sich überzeugen, dass das nun wirklich nicht nötig ist und nach 1 Stunde frischer Luft sowie einer weiteren ärztlichen Kontrolle mit überzeugendem Ergebnis ist Martin wieder im Wasser und kann seine Bahnen ziehn.
Währenddessen fangen auch andere an, stärker unter den Einwirkungen der giftigen Substanz zu leiden. Silvia, die Schweizerin auf der Bahn nebenan, kriegt kaum noch richtig Luft, leidet unter Hustenanfällen, die ebenfalls Brechreiz auslösen, dadurch auch "Feuer" in Hals und Bronchen. Schwimmen ist so nicht möglich, auf Matten (in der Halle!) liegen einzelne AthletInnen und auch Silvia versucht, so zumindest etwas auszuruhen, die Sache in den Griff zu kriegen, um wieder ins Wasser zu können. Es hilft aber nicht. Der Arzt, wegen nicht enden wollenden Hustens zu Hilfe gerufen verordnet Paracetamol, was aber auch nicht hilft.
Es gibt alles und nichts besonderes, Bananenstückchen und Keksgekrümel am Rand und im Wasser. Ein steter Geräuschpegel durch das Geplätscher der Schwimmenden und das Gemurmel vereinzelter leiser Unterhaltungen, unterbrochen von Husten. Dunkel ist es auch längst. So kommt wenigstens von außen nicht mehr Hitze dazu und bis zum Morgen ist es etwas besser. Dafür nimmt die Wasserverschmutzung bereits sichtbare Ausmaße an, es ist nun gelbgrün.
Langsam geht's in die Endrunden, 2 Drittel sind ja schon weg. Martins Augen brauchen auch Tropfen jetzt, so entzündet und rot sind sie. Da kann man sich doch schon mal auf die nächste Etappe freuen. Alles ist vorbereitet.
Da! Der erste Athlet verlässt das Wasser. Unglaublich, aber er geht nicht, er läuft! Läuft, springt ins Auto und ab. Kurz nach Mitternacht, 00:24 Uhr local und nach 12:14:01 Std. Wettkampfzeit verlässt Didier Wolontin das Schwimmbad.
Großer Applaus. Es werden weitere folgen und mit dem Auto zu ihren Rädern gefahren werden, diese Zeit wird gestoppt und später abgezogen.
Einer, der geht, nimmt leider auch das gesamte Team mit, das bis zu diesem Zeitpunkt noch den 2ten Athleten auf dieser Bahn mitversorgt hatte. Der Ärmste bleibt allein zurück, in der Obhut einer freiwilligen Helferin, die offensichtlich nicht vorbereitet wurde, nicht weiß, was sie tun soll. So kommt es, dass er 15-20 Minuten am Beckenrand im Wasser steht und friert. Er schafft die Bahnen nur noch in 4 und mehr Minuten, das sieht bitter aus. Andere bekommen das mit, holen ihn aus dem Wasser und er beschließt, erst mal zu schlafen, neue Kräfte zu schöpfen.
Es ist fraglich, mindestens knapp, das Zeitlimit bei der restlichen Strecke jetzt noch zu schaffen, wenn er zu lange schläft. Später sehen wir, er hat es geschafft, kommt auch auf die Radstrecke.

Um ca. 5::00 morgens bricht plötzlich erstaunliche Aktivität aus, ungefähr 15 Kinder und Teenager in Badesachen stürmen die Halle und stürzen sich ins Wasser. Des anderen Beckens natürlich, welches klar und sauber ist im Vergleich zu der trüben Brühe, in der die AthletInnen mittlerweile schwimmen.
Endlich ist es soweit, Martin ist fertig. Egal was als nächstes kommt, nix wie raus aus der Halle: Kleider, Essen, Doktor, Zeugs und Kram.
Ab ins Auto und "time out". Um 06:55 Uhr Ortszeit, nach 18.47:15 Wettkampfzeit verlässt Martin als 7. Athlet das Schwimmbad.

Immer noch 1. Tag

An der Radstrecke böse Überraschungen. Zum einen liegt alles voll feiner Scherben, die alle Teams im Laufe des beginnenden Morgens mühsam aufsammeln. Mit der aufgehenden Sonne glitzern sie und werden so besser sichtbar. Hektisches Winken, wenn Räder kommen, da rüber, links fahren!
Dazu kommt: eine Tasche fehlt:
Martins gesamte Wettkampfnahrung ist nicht da. Kein Getränk, kein Gel und auch sonst von nichts ein Stück. Das erste mal Stress. Mühsame Rekonstruktionsversuche helfen nicht weiter, die Tasche ist nicht da, wo sie sein sollte. Schließlich ist sie in der Küche. Wie kam sie dahin? Sprachprobleme verhindern vorläufig eine Klärung. Später stellt sich heraus: Die Tasche, mit anderen Dingen sowie auch dem Fahrrad im Zuge der Vorbereitungen an der Radstrecke deponiert, wurde während der Schwimmzeit von einer Unbekannten "mitgenommen". Eine der Helferinnen der Wettkampfküche hat das mitbekommen, derjenigen die Tasche entrissen und diese sofort in der Küche deponiert. Da kommt im Laufe des Wettkampfes schließlich jeder mal vorbei.
Bedauern der Organisatoren, denn eigentlich ist alles extra bewacht.
Einige sind noch im Schwimmbad,, zurückgelassen, wo es jetzt bereits wieder zu warm wird, im schlimmen Wasser, in der schlimmen Luft.
Und Martin fährt, wie er geschwommen war, mit entzündeten Augen, eine um die anderen dieser wirklich kurzen Runden. Bis jetzt ohne Schlaf.
Irgendwann hier ist der erste Tag vorbei.
1 Tag + 00:00 Std. Wettkampfzeit, 12:08 mittags.

2.TAG

Ab sofort ist die Lagerküche Bestandteil der Planung. Hier gibt's das was sich in Mexiko Kaffee nennt 24 Std. täglich.
Ebenso Brot und süße Stückchen, Milch, Cola, Wasser, Eier, Suppe, Trinkjoghurt, Nudeln, Reis, Haferbrei, Bohnenpampe und vieles mehr.
Alle 5-6 Minuten kommen SIE vorbei, teils hustend, teils mit roten Augen. Es wird doch ganz schön heiß tagsüber. Aber noch sind alle gut gelaunt, lachend und optimistisch. Das Vertrauen in die eigene Kraft ist nach dem überlebten Chlorbad gestiegen und es ist ja auch erst der erste Tag auf dem Rad. Den 4ten oder 5ten vermag sich hier noch niemand vorzustellen.
Die jugendlichen Rundenzähler, auf die man bereits im Bad ein Auge haben musste, sind wieder fit dank Kaffee und Tageslicht. Die letzten Ankömmlinge aus dem Schwimmbad werden beklatscht. Und sind auch schon wieder fröhlich. Der letzte, um ca. 08::00 abends, geht allerdings erst mal schlafen.
Arthur, der das Zeitlimit fürs Schwimmen nicht geschafft hat, beschließt, außer Konkurrenz einen "Decaduathlon" zu machen, er will auf jeden Fall die anderen 2 Disziplinen komplett absolvieren.
Zwischen Essens- und Klopausen, Sonnencreme und Vaseline kommt die Nacht. Schnell wird's dunkel und schnell kühl. Dann kalt.
Jetzt wird klar, was es bedeutet, November nachts in Mexiko. Viele Kleider helfen. Nach und nach schichten sich Bein- und Armlinge, Shirts, Westen und Jacken, bereits klebrig von diversen verstauten Lebensmitteln, unter der Startnummer.
Der direkte Nachbar, Beat, hat schwer mit Bronchitis zu kämpfen, er war als Dritter aus dem Wasser gestiegen, merkt die Nebenwirkungen erst jetzt. Doch das allgemeine Hochgefühl hält auch die Nacht über noch an. Nur wenige fahren die 2te Nacht des Wettkampfs nicht durch.
Die Teenager im vordersten Zelt sind mit einem Mikrophon + Lautstärkeranlage sowie Listen für jeden Athleten ausgestattet. Trotz überlauter Popmusik bekommen sie in dieser Nacht wohl das meiste noch einigermaßen mit.
Die Zahlen hallen durch die Nacht. Quince, cinco, treece...
wenn SIE im Pulk kommen wird das bei Müdigkeit und Musik schnell zum Konzentrationstest. Ein paar der AthletInnen sind von Anfang an so schlau, ihre Nummer bei jeder Runde noch selbst ins Zelt zu rufen.
Die Nummern sind hier so unersetzlich wie nirgends sonst, kein Mensch wüsste ohne sie mehr, um welchen Athleten es sich im Vorrüberrasen handelt. Mit Brille, Helm und eingemummelt gegen den Wind in der kalten Nacht gleichen sie einer Horde verrückter Fahrradgangster.
Es gibt 2 sehr helle und blinkende Frontlichter, das hellere von den beiden gehört an den Versorgungspool direkt rechts. Also Uwe, der noch Streching gemacht hatte und als 8. aus dem Wasser kam. Leider hat Martin kein solch eindeutiges Merkmal.
Es klappt trotzdem meistens rechtzeitig mit dem Erkennen. Außerdem hat hier die Strecke, die tatsächlich nur knapp 2 Km misst, den Vorteil: verpassen ist nur halb so schlimm, in 5 Minuten sieht man sich wieder.
Müdigkeit bei allen gegen Morgengrauen. Die gute Laune ist einer ersten kleinen Phase der Gleichgültigkeit gewichen. Alle fahren mit oder ohne Musik quer durch die Nacht, auch die noch wachen Teams sind mehr in sich gekehrt und Gespräche werden seltener.
In der Küche steht literweise Kaffee, so dünn wie er in Mexiko getrunken wird.
Als die Sonne endlich kommt sind alle froh. Einen kleinen Punkt schon von weitem erkennen zu können ist doch was Schönes. Und schon wird es Stück für Stück wieder wärmer. Und Stück für Stück Bekleidung wandert nach sorgfältiger Trocknung wieder in Tüte und Tasche oder, wie bei Rene, schlicht auf einem Haufen. Das also ist die Perspektive für die nächsten Tage und Nächte.

3.-5.TAG

Am Mittag des 3. Tages mache ich eine Stichprobe und kontrolliere 1 Stunde lang die Runden.
Beim Vergleich im Zählerzelt stelle ich leider Differenzen fest, die Teenies sind schon zu fertig, die Musik ist zu laut.
Dieses Problem wird sich ab nun bis zum Schluss immer weiter zuspitzen.
Nach nun insgesamt 2 Tagen, 2 Std. 40 Minuten Wettkampf hat Martin 256 Radrunden, also 489 von 1800 Km hinter sich.
Bis zur Nacht und ersten Pause sind es dann bereits 646 Km um 21:47 Uhr.
Nach 2 ½ Tagen also eine erste Schlafpause von brutto 4 ½ Std, das entspricht ca. 4 Std. Schlaf. Kurz nach 2 Uhr morgens geht's weiter.
Silvia geht's ziemlich schlecht. Noch geschwächt durch die Schwimmbadvergiftung hat sie erneut eine Infektion und verliert dadurch mindestens 1 Tag. Zu diesem Zeitpunkt ist sie sehr demoralisiert. Wenn doch bloß jemand zu ihr sagen würde: "Hör auf, du kannst es nicht schaffen". Aber das sagt hier keiner.
Beat hat ebenfalls immer noch schwer zu kämpfen, außerdem bereits mehrere Platte gehabt. Deswegen und wegen der Scherben in größter Unruhe wird von ein paar Betreuerinnen vorsorglich der Mechanikerstand inspiziert, leider hat der nur unpassende Schlauch- und Mantelgrößen im Sortiment.
Am Ende des 4. Tages ist das optische Erscheinungsbild der AthletInnen bereits stark verändert. Die leuchtenden Startnummern sind ergraut, die Bartstoppeln sprießen fröhlich und die Haltung auf den Rädern wird den entsprechenden Schwachstellen angepasst.
Eine vorläufig stabile Reihenfolge hat sich gebildet. Betrug die Differenz nach dem Schwimmen noch 20 Stunden zwischen dem Ersten und dem Letzten so ziehen sich die zeitlichen Abstände nun bereits über Tage. Wer schläft am wenigsten?
Martin, nach 3 Tagen, 11 Std.und 55 Minuten sowie 1072 gefahrenen Km schläft erneut 2 ½ Std. in der Nacht. Sonst macht er 45-50 Minutenpausen zwischendurch, unten an der Strecke.
Ablauf dieser Kurzpausen:
Verzehr einer Riesenmahlzeit + Nachspeise, die Beine bereits mittels einer Wassertonne aus Plastik hochgelegt.
Anschließend Massage der Beine und Pflege für die Füße mit Creme.
Klamottenwechsel, Auffüllen der Onboard-Vorräte, Toilette, Arzt-Check;
und schon geht´s weiter... Auch das Miniradio wird immer häufiger gebraucht, allerdings ist der Umgang damit auf dem Rad nicht so einfach und für die Zurückgabe nicht die nötige Ruhe da, also fliegt es bei einem geschickten Wurf auf den Versorgungsstand in viele kleine Plastikteile auseinander.
Dieser, der Stand, gleicht mittlerweile der kunstvoll gestalteten Kulisse eines Slums oder der im Wohnzimmer errichteten "Höhle" vierjähriger Kinder. Stehende und umgekippte Tische, liegende und aufgerichtete Matrazen und Vorhänge aus Decken, die Löcher mit den Versorgungstaschen abgedichtet ergeben zusammen ein Quartier, in dem man offensichtlich ganz entspannt schlummern kann.
Obwohl sich gelegentliche Lärmentwicklung nicht vermeiden lässt, da es sich beim Veranstaltungsort um einen öffentlichen Park handelt, in dem nebenbei noch Museen stehen, die von der mexikanischen Schülerschaft täglich zuhauf besucht werden.
Da es zu "Vorfällen mit Wildpinklern" im Park kam baut sich von da ab auch noch allnächtlich die Polizei mit ihrem überlauten Funk in der Versorgungszone auf.
An die steten Durchsagen der Startnummern sind jetzt alle längst gewöhnt, ebenfalls an die Teeniemusik, die im Übrigen leiser geworden ist.
Jetzt bloß den Überblick behalten zwischen Kleidern, Essen, Medizin und den 1000 Kleinigkeiten, die sonst noch dauernd gebraucht werden.
Gegen Ende der Radetappe und vor allem nachts gibt's immer mehr Beschwerden wegen fehlender Runden. Und die Nachfrage nach Listen wächst. Die gibt es aber nur selten und zu diesem Zeitpunkt auch sehr unregelmäßig, das Computersystem ist noch nicht völlig ausgereift. Allerdings kommen e-mails an.
Irgendwann in dieser Zeit hören Pascal und Hector den Wettkampf auf.
Pascal ist verletzt und sieht so für sich keine Chance mehr auf eine Platzierung.
Bei denjenigen, die weiter hinten liegen beginnt langsam eine Vorahnung auf das noch kommende. Die allgemeine Stimmung wird verhaltener, die ursprünglichen Pläne werden gecheckt, erste Konkurrenzen abgesteckt und wohl so einige Ziele abgespeckt.

Tendenzen: J. R., der von einem anderen Wettkampf erst im Schwimmbad direkt zum Start ankam, der zudem von seiner erstaunlich ausdauernden Freundin versorgt wird, die auch vorher am selben Wettkampf (WM-olympische Distanz) teilgenommen hatte, der sich sicherlich viel versprochen hatte und der ja auch bereits als 2ter mit Schwimmen fertig war, fällt konstant zurück ins letzte Drittel.
Dort auch zwei, die es offensichtlich ganz locker sehn, auf dennoch höchst unterschiedliche Weise. Soraya fährt lächelnd gemütliche aber gleichmäßige Runden als seien ihr Zeiten und Distanzen höchst gleichgültig. Sie versorgt sich selbst und sieht immer gut aus.
C. C., der das Schwimmen 8 Stunden nach ihr beendet hatte fährt offensichtlich nur zum Spaß und deshalb auch nur, wenn ihm mal eben danach ist. Er schläft wenn er müde ist, führt lange fröhliche Gespräche und verlässt sich ansonsten auf seine Vorfahren aus Chihuahua, ein Volk von Läufern.
Diesen dreien gegenüber liegt Yves, der das Schwimmen erst als vorletzter beendet hatte zur Zeit weiter vorn im Mittelfeld. Auch dabei sind Beat (mit mehreren Platten und Bronchitis), Michel (bisher unerwähnt, von den Frauen zum bestaussehendsten Athleten gewählt), M. E., konstant und überzeugend, und Alain Dupoit, der mit Guy fährt.
Dieser, wie immer aufrecht mit wedelndem Entenschwanz-Sattel liegt zeitlich ziemlich weit vorne, Alain hat da noch ein paar Runden mehr vor sich, er war bereits über 6 Std. später aus dem Wasser gekommen...
Außerdem, von weitem am Sound seiner Atmung zu erkennen, Arthur (deca-biathlon) sowie Silvia, mit stoischem Gesicht. Ihr geht es wie hier im Mittelfeld fast allen, das Ziel heißt finishen im Zeitlimit.
Uwe, der als 6ter das Schwimmbad verlassen hatte liegt jetzt an erster Stelle. Wenn er kommt, vorbeizischt wie ein ICE gibt's Applaus. Zu diesem Zeitpunkt sind ihm Emanuel, Martin, Guy und Rene aber noch dicht auf den Fersen bzw. Felgen. Er will seinen Vorsprung so gut wie möglich ausbauen und baut dabei auf seine, wie er selbst sagt größte Stärke, das Radfahrn.
Und langsam, Runde um Runde vergehen Stunde um Stunde, schleicht sich Gewohnheit ein in die Abläufe.
Routine, nur unterbrochen von Neuigkeiten aus der Küche. Während sich ebenso unvermeidbar für die ersten schon wieder das Ende dieses Abschnitts nähert. Nach 4 tagen, 12 Std. und 44 Min. sowie 1462 Km wieder 3 Std. Nachtschlaf für Martin.

6.TAG

Heute regnet es, windet und stürmt sogar richtig. Die Baldachine auf der gegenüberliegenden Streckenseite werden losgerissen und die Stromleitung, an der sie nun festhängen, spannt bedenklich. Das Gerücht geht um, dass es auf der anderen Seite der Radstrecke im Park windstill und warm sei. Sagen die, die da alle paar Minuten vorbeikommen und die müssen es ja wohl wissen.
Um 20:00 Uhr abends, nach 5 Tagen, 7 Stunden und 52 Minuten kommt Uwe als erster von der Radstrecke, dicht gefolgt von Emanuel (53 min. später). Beide sieht man recht bald und in dieser Nacht noch öfter auf der Laufstrecke. Uwe hat großzügigerweise sein Rad stehen lassen für den nie ganz auszuschließenden Fall einer Panne bei Martin, ebenfalls sein Miniradio.
Bereits 4 Stunden später verlässt Guy seinen bisherigen Begleiter Alain um mit einem eindrücklichen Endspurt ebenfalls 1800 Km abzuhaken, 7 Minuten später kommt auch Martin. Nach 5 Tagen und fast 12 Stunden kann er aufatmen, dass es keinen Platten gab. Oder andere Radprobleme , z. b. am Allerwertesten.
Alles ist für die Laufstrecke vorbereitet denn auch er will sich selbst wie er sagt, schnell einem kleinen Lauftest unterziehen.
Zuerst geht's eh mal in die falsche, nämlich weiterhin Radrichtung. Doch dann kommt eine Wende und es geht zurück, am Versorgungsstand vorbei, bei den Teenies vorbei und ab in die Nacht. In den folgenden 3 ½ Stunden läuft Martin den ersten ½ Marathon. Es folgt wieder eine Schlafpause von ca. 2 ½ std. Um 6:40 Uhr morgens zurück auf die Strecke.
Der Abstand zum nächsten potentiellen Radfinisher ist weder gering noch gigantisch, 8 Stunden nach Martin kommt Didier (erster der Schwimmer, laufender Wechsel zur Radstrecke!) vom Rad, dann wieder 2 Std. später der Nächste: Rene.
Auch seine Startnummer glänzt zum Anlass des Wechsels auf die Laufstrecke. Er nennt sich selbst u. a.: der erste Ossi der ´nen Deca macht. Und das heißt für ihn: der erste Ossi der einen Deca finished.
Ab hier setzen sich Emanuel, Uwe und Martin langsam aber sicher ab.

7.TAG

Insgesamt ist es etwas kühler geworden, sonst ist es immer dasselbe hier. Nachts kalt, tags warm bis heiß.
Laufkleidung hat den Vorteil, im Gehen gewechselt werden zu können. Überhaupt hat das Laufen Vorteile für die Teams. Längere Zeit in die Küche zu gehen (da ist es nachts schön warm) und mit den Küchenfrauen Rezepte und Lebensweisheiten auszutauschen. Auch mal selbst zu kochen, echten Espresso z. b., der auch den Küchenfrauen selbst überraschend gut schmeckt.
Man verpasst sich nicht mehr, zur Not kann hinterher- oder entgegen gelaufen werden, auch die Nummernregistrierung funktioniert besser.
Schluss mit hektischem Rundenschreiben, ab sofort wird alles 3 - 4 mal langsamer, Zeitlupe sozusagen. Sonstige Veränderungen: es gibt ein weiteres Bauteil zur "Burg", das Rad. Behängt mit einer schmuddeligen Decke bildet es ein gutes Frontelement. Eine große weiße Plastikplane, in die die Matrazen eingewickelt waren, von denen endgültig auch die letzte verschwunden ist, kommt ebenfalls hinzu. Dies bleibt weiterhin der erbittert gegen Abbau und Störung verteidigte Hort des Friedens für Martins gnadenlos kurze Stundenschläfchen tagsüber.
17:00 nachmittags: Martin hat zwei Marathons voll und noch etwas mehr. Er läuft weiter, nachts 3 Stunden Schlaf.
Nacht, das bedeutet neuerdings Gestalten, die aus zwei Richtungen aus der Dunkelheit auftauchen um sodann in zwei Richtungen wieder darin zu verschwinden.
Die Strecke ist nun beidseitig von Versorgungsständen gesäumt an denen ebenfalls Nachtgestalten herumhängen, eingemummelt mit Musik auf den Ohren. Außerdem Notschlafstellen überall, direkt an der Strecke Zelte und einfach hingelegte, grob abgeschirmte Matratzen mit nun doch schon ziemlich erschöpften Radlern.
Auch Martins Kernschlafzeit verlängert sich um durchschnittlich 1 Std.; Da er ab dem Zeitpunkt an dem die Augenentzündung abheilte konstant in bester Verfassung war musste die Einschätzung dies wohl gestatten.
Die Kurzpausen unterscheiden sich nicht: Sitzen, Beine hoch, essen und trinken, hinlegen (in die Höhle, die jetzt eine Burg ist, später einmal "Pennerburg" genannt) und Beine massieren.
45 Minuten schlafen dann wieder hoch.
Startnummer an, kleiner Schluck Kaffee und weiter.
Sofort Nummer rufen: cinco! Hallo Leute, ich gehe vorbei!
Denn Nacht kehrt leider auch im Zählerzelt bei den Teenagern ein. Der Zustand der Erschöpfung ist fortgeschrittener als bei allen anderen. Ein paar schlafen auf ihren Stühlen, einer mit dem Oberkörper auf dem Tisch. Natürlich gibt es Beschwerden, vor allem nachts.
Die "Laufenden" haben den "Fahrenden" gegenüber den (zur nachträglichen Würdigung einer ungewissen Zahl verlorengegangener Runden) hier erwähnten Vorteil: sie drehen sich im Gehen leicht Richtung Zählerstand und nehmen Kontakt auf. Sie können praktisch selbst registrieren, ob sie aufgeschrieben werden.
Als hundertprozentig wird sich auch dies nicht erweisen.
Die nächsten kommen von der Radstrecke: Beat um 22:46 Uhr local, nach 6 Tagen, 10 Stunden und 38 Minuten Wettkampfzeit, erschöpft aber immer noch willens, nach Ende des Deca an dem im Anschluss stattfindenden Ironman teilzunehmen. Eine Stunde nach ihm folgt kurz vor Mitternacht Alain, jetzt kann er wieder mit Guy zusammengehen, juchu!
Zu diesem Zeitpunkt ist exakt die Hälfte der Gestalten zu Fuß, die andere zu Rad unterwegs.
Um ca. 9:00 Uhr morgens kann Michel vom Rad steigen, um kurz vor 11 :00 Uhr auch M. E., und ihn sieht man schon alsbald gehend. Da ist es auch schon wieder Mittag.

8.TAG:

Tagsüber ist es nett, T-shirtwetter. Bis jetzt nur Männer auf der Laufstrecke, das wird sich aber bald ändern. Soraya fährt ihre Runden stetig und ohne den geringsten Stress, Carlos genießt das Happening (Kaffe, Küche, quatschen) bis Rufe ertönen: adelante Carlos, a la bicicletta!
J. R. , der seit Tagen an einer Infektion leidet, ist stark geschwächt, er liegt viel auf einer Matratze und döst, versucht zu schlafen und schaut den anderen auf der Strecke zu. Yves wirkt ebenfalls angegriffen, sein breites Grinsen verliert er allerdings nicht.
Silvia ist in Anbetracht des bevorstehenden endgültigen Endes ihrer Tortur (schimpfen und Zähne zusammenbeißen) völlig straight auf dem Rad unterwegs, sie wird die restlichen Runden einfach so durchziehn.
Michel und M.E. gehen, der erste meistens, der zweite immer. M. E. geht, als sei es eine Gehveranstaltung, die grade begonnen hat, mal grade - mal schlenkernd, mal schneller - mal langsamer aber immer lachend mit dem Walkman auf dem Kopf.
Beat und Rene haben Blasen an den Füßen, Didier ein Fersenproblem. Auch sie gehen. Einer wütend über zu viel Pech (Beat), einer wehmütig singend mit Decke um Kopf und Schultern geschlungen (Didier) und Rene voller Übermut und Humor.
Didier macht auch der Pennerburg Konkurrenz, er hat ein ausgeklügeltes System mit Pappkartons entworfen um darunter Erholung zu finden.
Gegen halb 3:00 Uhr nachmittags gesellt sich unter großem Applau Arthur zu den Gehenden. Guy und Alain gehen zusammen, obwohl Guy auch zwischendurch läuft. Zusammen würde man sie andernorts für angetrunkene Überlebende einer mittelschwerem Katastrophe halten, die Startnummern machen den einzigen (optischen) Unterschied.
Und mit sich stetig vergrößerndem Abstand laufen Martin, Uwe und allen voran Emanuel, der jetzt führt.
Kurz nach Mitternacht des achten Tages kommt Silvia als erste Frau von der Radstrecke, wenige Minuten später Yves. Noch bleiben knapp 6 ½ Tage bis zum Zielschluss.
In dieser Nacht schläft Martin wieder ca. 3 Std.; Im Morgengrauen geht's wie immer weiter. Ohne großen Aufstand, das hat jetzt schon fast was von Normalität.
Hier in Monterrey, Mxiko trifft man in diesen Tagen eine kleine verwegene Gruppe von Menschen, die sich entschieden haben zu beweisen, zu welch außergewöhnlichen Leistungen ihre Spezies in der Lage ist.
In einer Zeit und überwiegend aus Regionen dieser Welt, in denen Verweichlichung und Verwöhnung zum angestrebten Lebensstandard geworden sind.

Schön, wenn es hell wird, schön wenn es warm wird. Wieder eine Nacht vorbei.

9.TAG:

Silvia ist auf der Laufstrecke zu sehen. Fröhlich, ja das findet sie doch besser als Radfahrn.
Von den letzten auf Rädern kämpft nur J. R. noch wirklich gegen die Zeit, Soraya und Carlos sehen die Sache locker. Es wird dennoch Abend, bevor J. dann wirklich stark angeschlagen von der Radstrecke kommt (8 Tage, 6 Stunden, 32 Minuten Wettkampfzeit). Da er nach wie vor mit einer Infektion zu kämpfen hat und es ihm körperlich schlecht geht, stehen seine Chancen, das Zeitlimit zu erfüllen eher im unteren Bereich. Seine Stimmung entspricht dem Eindruck, dieses Ziel auch bereits gecancelt zu haben. Er ist zu stark geschwächt.
Etwas weniger als nur 5 Stunden später, nach 8 Tagen, 11.Stundem,11 Minuten und 9 Sekunden, um 23:18 Uhr Ortszeit läuft Emanuel als Sieger ins Ziel. Nach 422 Km, von denen er so gut wie alle wirklich gelaufen ist, während einige andere noch in den ersten Marathons liegen, nicht zu vergessen die 2, die noch auf der Radstrecke sind.
Arthur ist auch zu sehen. Er sieht aus wie ein richtiger Wanderer, der mindestens schon die Wüste und den Südpol einmal durchquert hat, was an den echt fransigen Schuhen und dem Schlapphut im Australien-Design liegen mag.
M. E. wirkt wie ein Spaziergänger auf dem Weg ins nächste Dorf. Rene sieht ziemlich chaotisch aus, zu diesem Zeitpunkt bereits zu recht optimistisch (mit der Einschränkung wirklich crasser schmerzender Blasen an den Füßen). Was ihm hilft: von Dan (Betreuer) zugeschnittene Turnschuhe und sein wirklich grenzenloser Humor. Damit wird er auch von der nachtschläfrigen Teenies am Zählerstand nicht verpasst. Seine Wettkampf-Strategie ist völlig undurchschaubar, Häufigkeit und Länge seiner Pausen absolut unregelmäßig. Und er kommt gut vorwärts so.
Alain + Guy sind das "trance-walking-team". Haben sich wohl vorgenommen, unter keinen Umständen zu schlafen.
Alain sitzt auf einer Bank, schläft im Sitzen, ohne Decke, brrrr in der kalten Nacht. Später darauf angesprochen stellt sich heraus, dass es sich um eine Strategie handelt. Wenn er bei der Pause im Sitzen einpennt, weckt ihn die Kälte und Unbequemlichkeit nach kurzer Zeit unweigerlich wieder auf.
In dieser Nacht die letzte längere Pause. Bei Martin ist anscheinend die langsam aufkommende Vorfreude auf das absehbare Ende der Laufstrecke gepaart mit Ärger über den verbleibenden Rest. Letzterer kommt am ehesten in den ersten Runden nach der Nachtpause zum tragen. Laufen in den frühen Morgen hinein, die Stimmung steigt mit Tagesanbruch, wieder 10, 12 Runden bis mittags heißt wieder ½ Marathon.
2 ½ pro Tag war sein Plan und der stimmt ziemlich genau.

Wieder Mittag, 10. Tag:

12:17 Uhr, nach 9 Tagen, 0 Std., 9 Minuten und 5 Sekunden Wettkampfzeit erreicht Uwe laufend das Ziel als zweiter.
Und ein weiterer Tag vergeht in der gewohnten Routine. Ab hier geht es keinem mehr besser, bestenfalls geht's nur langsam schlechter. Einigen jedoch schwinden bereits die Kräfte, die Beschwerden nehmen zu, die Blasen werden schlimmer.
Nichtsdestotrotz ist die Regel noch die gute Laune zum bösen Spiel und Optimismus, jedenfalls irgendwie ins Ziel zu kommen.
Für Martin ist dies der letzte Tag, soviel ist klar. Mit über einem Tag Abstand zu Guy;
Danach die Entscheidung: keine Schlafpause mehr, durchziehen. 20-21:00 Uhr abends, noch 10 Runden, weniger als ½ Marathon. Nur noch laufen, schwierige Stellen gehen. Äußerlich als ob es sich um einen "Dreifachen" gehandelt hätte, schon etwas ausgezehrt aber nicht völlig alle.
Knapp vor dem dritten Finisher kommt nach 9 Tagen, 11 Stunden und 55 Minuten Wettkampf Carlos von der Radstrecke. Er ist gelassen und wird in der folgenden Zeit in der gewohnten Weise auf der Laufstrecke zu sehen sein.
(Soraya wird ab hier noch 24 Std. länger Rad fahren).
1 Stunde und 18 Minuten nach Mitternacht, nach 9 Tagen, 13 Stunden, 10 Minuten und 15 Sekunden kommt Martin ebenfalls laufend als Dritter ins Ziel.

11.TAG:

00:22 Uhr, 10 Tage, 12 Std., 14 Min. Wettkampfzeit: Soraya verlässt als letzte die Radstrecke;

07:10 uhr, 10 Tage, 19 Std., 2 Min. und 10 Sek. Wettkampfzeit: Guy finished als Vierter;

12.TAG:

16:24 uhr, 11 Tage, 4 Std., 16 Min. und 41 Sek. Wettkampfzeit: A. D. finished als Fünfter;

21:53 Uhr, 11 Tage, 9 Std., 45 Min. und 20 Sek. Wettkampfzeit: Rene finished als Sechster;

13.TAG:

21:50 Uhr, 12 Tage, 9 Std., 42 Min. und 12 Sek. Wettkampfzeit: Didier finished als Siebter;

08:34 Uhr, 12 Tage, 20 Std., 26 Min. und 38 Sek. Wettkampfzeit: Beat finished als Achter;

09:17 Uhr, 12 Tage, 21 Std., 9 Min. und 20 Sek. Wettkampfzeit: M. E. finished als Neunter;

In diesen Tagen wird in Martins Lager ausgiebig geschlafen. Außerdem gibt´s Fahrten nach und Spaziergänge in Monterrey. Zwischendurch ist man natürlich immer wieder an der Strecke zum gucken.
Von den Finishern der 3 Tage sieht mit Abstand M. E. am besten aus. Er ist konsequent gegangen, nur ins Ziel gelaufen.
Beat sagt immer noch er will den anschließenden Ironman machen, sieht aber nicht so aus.
Rene vergießt im Ziel Freudentränen, 5 Min. später macht er allerdings schon wieder Witze.
Einige haben Blessuren, allen tun Füße und Beine weh.
Ein paar von ihnen hatten gut kalkuliert, die anderen sind kräftemäßig knapp an ihre äußersten Grenzen gelangt. Ihr Erscheinungsbild ist entsprechend: hätte man sie grade als Überlebende eines 2 Wochen zurückliegenden Flugzeugabsturzes im Dschungel gefunden, nicht allzu viel würde sich unterscheiden.
Nähern sie sich dem Ziel, gibt das den letzten nötige Schub, danach sind alle glücklich.
Die jetzt noch gehen wirken wie im Film. Wer ahnungslos von dem Wettkampf in den Park spaziert trifft plötzlich auf unendlich erschöpfte Menschen, kaum dass man die Startnummer noch erkennen kann, die gehen immer im Kreis herum. Er könnte meinen es handele sich um Sträflinge in einer Kolonie.
Die Blicke variieren von schicksalsergeben (J. R.) bis "Zähne zusammen und durch" (Silvia). Es steht einigermaßen fest, dass nur sie und M. B. noch ins ziel kommen werden.
Bei Soraya und Carlos lässt sich dadurch auch weiterhin keine Stimmungsveränderung feststellen. Sie sind gelassen und machen einfach bis zum Schluss weiter.

14.TAG / ZIELSCHLUSS

15:20 Uhr, 13 Tage, 3 Std., 12 Min. und 55 Sek. Wettkampfzeit: M. B. finished als Zehnter;

21:12 Uhr, 13 Tage, 9 Std. 4 Min. und 45 Sek. Wettkampfzeit: Silvia finished als erste Frau und elfte der Gesamtwertung. Sie ist die letzte, die das Ziel erreicht.

Um 04:05 Uhr, 13 Tage, 15 Std., 57 Min. und 20 Sek. Wettkampfzeit finished außerdem Arthur seinen Decaduathlon.

Silvia tanzt im Ziel. Ausgiebig!

J. R., Yves, Carlos und Soraya erreichen das Ziel nicht.

Von 17 Athleten und Athletinnen haben 10 das Ziel erreicht, einer hat sein Wettkampfziel auf den Duathlon reduziert. 2 haben den Wettkampf abgebrochen und 4 sind nicht angekommen.

Der Wettkampf ist zuende.

Chronologie der Zeiten von Martin:

1.Tag: Schwimmen 38 Km, Rad ca. 90 Km, kein Schlaf

2. Tag Rad ca. 380 Km (+ 90 = 470 Km), kein Schlaf

3. Tag Rad ca. 380 Km (+ 470 = 850 Km), 4 Std. Schlaf

4. Tag Rad ca. 380 Km (+ 850 = 1230 Km), 2 ½ Std Schlaf

5. Tag Rad ca. 380 Km (+ 1230 = 1610 Km) 3 ½ Std. Schlaf

6. Tag Rad 190 Km, Laufen ca 57 Km, 3 Std. Schlaf

7. Tag Laufen ca. 100 Km (+ 57 = 157 Km), 3 Std. Schlaf

8. Tag Laufen ca. 100 Km (+ 157 = 257 Km), 4 Std. Schlaf

9. Tag Laufen ca. 100 Km (+ 257 = 357 Km), 4 Std. Schlaf

10. Tag Laufen 65 Km, kein Schlaf, 01: 18 nachts fertig

Zeit gesamt: 113 Stunden

Schlafzeit netto: 24 Stunden ergibt ca. 30 Stunden brutto (Zeitverlust)

Schwimmzeit: 0 Tage / 18 Stunden / 47 Minuten / 15 Sekunden / Schlaf: 0

Radzeit: 4 Tage / 17 Stunden / 7 Minuten / 13 Sekunden / Sclaf: 10 Std.

Laufzeit: 4Tage / 01 Stunden / 15 Minuten / 47 Sekunden / Sclaf: 14 Std.

Durchschnitttempi (brutto):

Schwimmen: 2 km/h
Rad: 17.5 km/h
Laufen: 4.3 km/h


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